Mikveh – das jüdische Ritualbad



Geschichte des Ritualbades, der Mikwe, in Mellrichstadt

Ehemals Straße nach Hendungen, heute Straße am See.

1865 kaufte die jüdische Gemeinde ein Stück Land in den Gärten an der Straße nach Hendungen. Da dort der Abfluss der sog. Heiligenquelle in die  Streu führte, wäre dieses Grundstück gut geeignet für ein Ritualbad.

Von der Stadtverwaltung Mellrichstadt wurde dieser Plan aber sofort abgelehnt, da die unterhalb liegenden Gärten mit dem Wasser versorgt würden und das Wasser auch zum Trinken verwendet würde.

Die jüdische Gemeinde kaufte daraufhin ein anderes Grundstück und stellte am Ende des Jahres 1865 einen erneuten Antrag zum Bau eines Ritualbades.

1868 lehnte die Stadtverwaltung auch das zweite Grundstück ab, da wieder das Wasser aus der Heiligenquelle dafür benötigt würde und in heißen Sommern das Wasser dieser Quelle schon ausgeblieben sei und die Gärten nicht mehr bewässert werden konnten.

Das Bezirksamt erteilte allerdings gegen den Willen der Stadt Mellrichstadt am 2. Juni 1868 die Genehmigung für den Bau eines Ritualbades, da der Wasserverbrauch doch sehr gering sei.

1869 wurde das Bad errichtet.

Ein Gemeindemitglied hatte damals den Garten gepachtet und die Gemeinde traf sich dort auch in der Freizeit.

1938 wurde das Badehaus in der Reichspogromnacht verwüstet.

1939 wurde es zusammen mit der Synagoge abgerissen.

1942 wurde das Grundstück an einen Privatmann verkauft, dessen Nachfahren dieses noch heute als Garten nutzen.